Das Filmkonzept

Der alte Film 1996: Vor mehr als 20 Jahren entstand der 25minütige Dokumentarfilm Diese furchtbare Straße“.

Ein Film über den Ruhrschnellweg – die „Lebens- und Hauptschlagader des Ruhrgebiets“.

Grobkörnig auf 16mm und schwarz-weiß gedreht, erzählte der Film über die A40 bzw. B1 einen ganzen Tagesablauf an und neben der Straße. Auf der Tonebene wurden über einhundert Menschen interviewt, die eine räumliche oder emotionale Beziehung zur Straße haben. Die Interviewgeber sah man allerdings nicht im Film.

Bewusst wurden Bild- und Tonebene auseinander gehalten.

Das komplette Bild vom Ruhrschnellweg entstand erst nach Wochen am Montagetisch.

Entstanden ist ein einmaliges Filmdokument der 90er Jahre. Von der Filmbewertungsstelle wurde der Film mit dem Prädikat „Besonders wertvoll“ ausgezeichnet. Er wurde immer wieder auf Festivals und in Kinos entlang der Straße gezeigt. Er ist archiviert in der Kinemathek des Ruhrgebiets.

Der Film war zudem 2010 Exponat der Ausstellung im Folkwang Museum „Urbanität gestalten. Stadtbaukultur in Essen und im Ruhrgebiet“.

 

Der neue Film 2018: Zwei Jahrzehnte später zogen wir erneut los und haben geschaut, was sich in den Jahren verändert hat.

Gibt es heute noch eine Art Straßennostalgie zum Ruhrschnellweg? Wie haben sich die Orte von damals baulich verändert? Wie ist das Verhältnis der Menschen heute zur Straße, bei der immer schnelleren Lebensweise?

Entstanden ist ein Film, der sich genau an den Stilaufbau des alten Films hält. Und trotzdem ist alles neu. Dieses Spannungsfeld von „früher und heute“ durchzieht den ganzen Film.

Der Film versucht, hinter der banalen Oberfläche einer Straße deren emotionalen Gehalt und authentischen Reiz greifbar zu machen.

Durch die Montage entstand ein poetischer Blick auf eine der bedeutendsten Straße unseres Landes entstehen.

Inspiriert ist das Projekt von Walter Ruttmanns Film „Berlin – Die Sinfonie der Großstadt“ (1927). Der Film über den Ruhrschnellweg ist ebenso als dokumentarisches Kunstwerk angelegt und zeigt das Revier und die alles verbindende Straße.

 

Bildebene des neuen Films: Auf der Bildebene den gleichen Film nochmals drehen. Viele Perspektiven von damals sind erneut zu sehen. Durch diese Entscheidung wird besonders die Veränderung des Raumes in der Zeit deutlich. Wie weit ist die bauliche Urbanität fortgeschritten? Was drängt sich heute an den gleichen Stellen ins Bild?  Neue Perspektiven am Ruhrschnellweg wurden aber auch erkundet.

Tonebene: Die Interviews wurden komplett neu aufgenommen. Sowohl einige bekannte Interviewgeber sowie neue Anwohner kamen zu Wort. Wir interviewten wieder völlig ergebnisoffen. Hörten einfach nur zu. Wir ließen die Menschen von ihrer Straße und ihren Gefühlen erzählen. Wie bei den Bildern ist auch hier die spannende Frage, ob und wie sich das „Ruhrschnellweggefühl“ in den vergangenen 20 Jahren geändert hat.